Ehe, Beziehung, Kommunikation

Miteinander reden ist wichtig. In jeder Beziehung. Klar, das wissen wir doch alle. Und ehrlich gesagt, gibt es auch keinen Mangel an Quellen, die uns das immer wieder erklären. TV-Talkshows, Podcasts, Bestseller über Kommunikation in der Beziehung –
die Expertenmeinungen sind überall. Hat uns das verändert? Reden wir heute besser, öfter, ehrlicher miteinander? Darauf gibt es im Grunde nur zwei mögliche Antworten:

  • Ja, ich setze alles um was ich weiß – läuft wie geschmiert.
  • Nö.

Mal ehrlich?

Wenn wir ehrlich sind, landet der Großteil von uns eher bei Antwort Nummer zwei. Es geht uns doch allen gleich. Wir sehen es, wir lesen es, wir hören es, wir verstehen es. Und ja, wir wissen es auch, das Reden und Zuhören für eine Beziehung wichtig ist. Und dann kommt er – der nächste Tag. Unser Alltag. Die TV-Talkrunde mit dem Thema „Warum Kommunikation in einer Ehe so wichtig ist“, wabert noch irgendwo im Kopf herum, aber schauen wir jetzt doch mal rein in unseren ganz normalen Tag:

  • Die Kinder müssen in den Kindergarten
  • Ich muss mich sputen, bin spät dran
  • Was, gleich schon wieder Mittag? Ich muss kochen

  • Sorry, war ein echt anstrengender Tag. Jetzt erst mal abschalten und Fernseher an

  • Ach, ich dachte, du wüsstest das
  • Stimmt, da war doch was – lass uns morgen mal reden, bin heute einfach zu kaputt.

Klingt nach Realität, oder?

Mal zuhören

Was also, wenn der Alltag alles übertönt? Viele stellen sich dann diese Fragen:

  • Ist das jetzt schon dieses Hamsterrad, von dem wir immer wieder hören?

  • Ist unsere Beziehung eigentlich schon am Ende und wir merken es nur nicht?

  • Ist „wenig Zeit“, die Ausrede, weil wir nicht wissen, wie anfangen?

Das Gefühl nicht gehört zu werden, ist kein schönes, kann aber mit kleinen Signalen durchbrochen werden. Kleinigkeiten bewirken oftmals Wunder. Wir erleben das als Familientherapeutinnen immer wieder.

Mal wieder typisch?

Frauen wollen reden, Männer eher nicht? Alter Zopf oder „genauso ist es“? Uns Frauen sagt man ja nach, über jedes Problem reden zu wollen. Und dass wir unsere Partner damit nerven. Weil Männer ja „generell“ nicht so gerne reden, schon gar nicht über Probleme. Aber ist das wirklich so? Oder stecken wir aus purer Tradition in diesen zwei Schubladen? Und vielleicht völlig zu Unrecht?
Wäre es möglicherweise an der Zeit, dieses typisch-Mann/ typisch-Frau-Schema mal zu begraben? Also wir fänden das klasse.

Mal direkt?

Ok, jetzt lehnen wir uns als Familientherapeutinnen aber mal so richtig weit raus und sagen: Nicht jedes Gespräch muss tiefgründig sein. Und es braucht auch nicht diese „wir-müssen-reden-Sitzungen“. Und ja, manchmal ist miteinander lachen die beste Kommunikation. Oft reichen klitzekleine Veränderungen, die man selbst entdecken kann. Oder man holt sich dafür Impulse, ohne gleich in die große Therapieschleife zu geraten, in die vielleicht einer von beiden gar nicht will. Perfekt miteinander reden? Das gibt es nicht. Und das muss es auch nicht.
Aber dranbleiben lohnt sich. Das können wir beweisen :-)

Mal direkt?

Jederzeit. Wir freuen uns auf darauf!